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Warum rollen sich manchmal Papiere in der Papierablage des Druckers?

Ein Beratungsgespräch

Beratung - Warum haben Papiere eine Laufrichtung und wann muss man die Laufrichtung beachten

Es kommt vor, dass sich Druckerpapiere im Ablagefach schlecht ablegen, ja zum Teil richtig rollen und unsortiert auf den Boden fallen. Danach muss man mühsam die Blätter aufheben und manuell sortieren.

Woran das liegen kann und was Sie tun können, dass sich das Papier sauber ablegt, erfahren Sie auf dieser Seite.


Das Problem

Vor einiger Zeit rief Herbert Knufer bei Papier & mehr an und fragte nach einem Papier, dass sich nicht in der Papierablage rollt. Zwischen Herrn Knufer und Reinhard Bergmann vom Papier & mehr Team folgte folgendes Beratungsgespräch

Herbert Knufer.: Ich drucke mit meinem Laserdrucker personalisierte Werbebriefe mit einer Auflage von 250 - 500 Stück. Nach dem vierten oder fünften Ausdruck fliegen die ersten Seiten auf den Fußboden, weil sich das Papier im Ausgabeschacht rollt und danach nicht mehr richtig ablegt. Welches Papier können Sie mir empfehlen?

Warum nicht immer das Papier die Ursache ist

Reinhard Bergmann: Bevor wir über eine Papiersorte sprechen, muss ich etwas ausholen und erklären, warum sich das Papier im Ausgabeschacht nicht sauber ablegen und, wie Sie sagen, einrollen kann.

Bedruckte Papiere legen sich nicht sauber ab

Laserdrucker, aber auch Kopierer, drucken mit Pulvertoner (Farbe) der auf das Papier übertragen und danach bei Hitze aufgeschmolzen (fixiert) wird.

Bei monochromen Laserdrucker kann eine Temperatur von fast 180 °C erreicht werden. Farblaserdrucker erreichen unter Umständen noch höhere Temperaturen. Bei höheren, hintereinander gedruckten Auflagen heizt sich das System zusätzlich auf, weil die Abkühlzeiten fehlen.

Stellen Sie sich jetzt mal vor, Sie greifen auf eine 180 °C heiße Herdplatte. Genau wie Sie reagiert das Papier auf diese Hitze, sehr heftig.

Grundbestandteil von Papieren sind Zellstoffe. Je höher der Zellstoffanteil, je besser ist die Formstabilität des Papiers. Je preisgünstiger Papiere sind, je weniger Zellstoff wird bei der Herstellung eingesetzt. Das fehlende Material wird mit sogenannten Bindemitteln aufgefüllt. Vereinfacht gesagt, bestehen diese Füllstoffe aus Kreide und Klebstoff. Diese Papier verhalten sich beim Durchlauf und beim Ablegen nicht so stabil, wie Papiere mit höherem Zellstoffanteil.

Des Weiteren haben Papiere Restfeuchtigkeit. Das ist normal und für eine gute Verarbeitung und Bedruckbarkeit notwendig, weil diese Feuchtigkeit Papiere geschmeidig halten. Aber zu viel Feuchtigkeit kann den Papierdurchlauf stören und auch dazu führen, dass es sich rollt.

Restfeuchte verdampft beim Fixieren

Auch hier wieder der Vergleich mit einer Herdplatte. Ein Wassertropfen auf der heißen Herdplatte wird ultraschnell hoch erhitzt und verdampft explosionsartig.

Damit sind schon die wesentlichen Vorgänge beim Bedrucken mit Laserdruckern beschrieben.

Für eine gute Verarbeitung und einen stabilen Lauf durch die Druck sind die Qualität der Rohstoffe und die Restfeuchte des Papiers verantwortlich.

Das Papier läuft durch den Drucker, wird mit dem Toner (Farbe) bestäubt, der mit hoher Hitze fixiert wird. Dort steigt die Oberflächentemperatur auf der Druckseite sehr schnell bis zu 180 °C und mehr an. Die im Papier befindliche Feuchtigkeit (Restfeuchte) verdampft explosionsartig.

Dabei verändert sich die Struktur des Papiers.

Die bedruckte Seite ist trockner als die Rückseite, weil die Rückseite nicht so stark aufgeheizt wird. Das Papier dehnt sich auf der Druckseite aus und rollt in Richtung der Rückseite.

Papierqualität ist wichtig

Wenn Papiere nicht ausreichend feste Zellstoffanteile haben oder zuviel Restfeuchte, dann rollt es sich. Der Curl, wie Fachleute sagen, hängt von der Papierqualität und der Restfeuchtigkeit des Papiers ab.

Das Raumklima ist wichtig

Aber selbst hochwertige Papiere rollen sich, wenn sie zu viel Feuchtigkeit aufgenommen haben. Papiere reagieren hygroskopisch. Das heißt, sie nehmen Feuchtigkeit auf und können sie aber auch wieder abgeben.

Das müssen Sie bei der Lagerung von Papieren beachten. Die relative Luftfeuchte bei Raumtemperatur soll zwischen 50 - 55 % liegen.

Sehr wichtig ist, dass Papiere, das Sie bedrucken möchten, mindestens 12 Stunden im gleichen Raum lagern, in dem der Drucker steht. Diese Zeit braucht das Papier, um sich den Umgebungsbedingungen anzupassen.

Klimaschutzverpackung schützt das Papier vor Feuchtigkeit

Gute Papiere sind in einer Klimaschutzverpackung eingeschlagen, deshalb sollten Sie nicht benötigtes Papier nicht offen liegen lassen und immer wieder in die Verpackung zurücklegen. Einschlagpapiere von guten Laserpapieren sind innen mit einer dünne PE-Beschichtung versehen, die das Eindringen von Feuchtigkeit verlangsamt und ausgleichend wirkt.

Prüfen Sie einmal die besprochenen Punkte. Besondere Beachtung verdient die relative Raumfeuchte beim Drucker und im Papierlager. Wenn das geklärt ist und Sie immer noch das Problem haben, dann kann ich Ihnen gutes Laserpapier, dass mit einem erhöhten Zellstoffanteil hergestellt wurde, anbieten.

H. K. Vielen Dank für Ihre Beratung. Ich will diese Punkte zunächst klären und melde mich wieder bei Ihnen.

Herr Knufer rief eine Woche später an und sagte, dass er sein Kopierpapier falsch gelagert habe. Tests ergaben, dass das Papier zu feucht war und er deshalb die Probleme hatte.

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Die Beratungsgespräche werden aus dem Gedächtnis aufgeschrieben. Die Personennamen sind geändert. Eine Ähnlichkeit wäre reiner Zufall.

Alle Informationen auf dieser Seite sind allgemeine Handlungshilfen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Eignung für einen konkreten Verwendungszweck und die Möglichkeit zur Verarbeitung mit Ihren Geräten müssen Sie eigenverantwortlich prüfen. Für Schäden, die nicht auf fehlerhafte Produkte zurückzuführen sind, übernehmen wir keine Haftung. Änderungen des Produktdesigns in Folge technischer Änderungen und Weiterentwicklung der Produkte erfolgen ohne vorherige Ankündigung.

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